Unser Statement zum Juryreport

31. Januar 2020
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Am 24. Januar 2020 hat die Jury der Europäischen Kommission ihren schriftlichen Report zur Vorauswahl im deutschen Wettbewerb um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ veröffentlicht. Die 26 eng beschriebenen Seiten geben dabei nicht nur eine mit Empfehlungen versehene Beurteilung der fünf auf die Shortlist vorgerückten Städte, sondern gehen auch detailliert auf die drei nicht berücksichtigten Kandidatenstädte Dresden, Gera und Zittau ein.
Die Beurteilung der Jury deckt sich zum Teil mit unseren eigenen Einschätzungen im unmittelbaren Nachgang von Präsentation und Entscheid am 12.12.19. So bemängelt die Jury insbesondere die noch nicht detailliert genug ausgearbeitete strategische Zielsetzung des BidBooks und das nur in Ansätzen ausformulierte Kulturprogramm für 2025 und kommt zudem zu dem Schluss, dass die Finanzplanung zu stark auf die Zusagen von Bund und Freistaat Sachsen setzt und eine zu geringe Eigenkapitalquote aufweist. Es zeigt sich, dass die Jury unserer Bewerbung und unserer Region nicht zutraut, Gastgeber für eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu sein. „Das ist ärgerlich,“ kommentiert Oberbürgermeister Thomas Zenker, „weil wir dort nach Prüfung des Vorhandenen aber auch der Potenziale eine deutlich andere Auffassung haben. Damit wird das Thema des ländlichen Raums als Nachteil wieder einmal ganz nach Klischee betont.“
Doch die Jury hat nicht nur kritikwürdige Punkte ausgemacht. So lobt man ausdrücklich das große Potenzial der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und sieht ebenfalls großes Potenzial in Investitionsvorhaben wie der Umwandlung der leerstehenden Industrieanlage von Robur in einen Ort der Erinnerung und des Dialogs; die Schaffung eines Europäischen Kreativitätszentrums und weiterer. Diese Ideen seien es wert, weiterentwickelt und umgesetzt zu werden.

„Aus dem Jurybericht wird klar,“ so Oberbürgermeister Thomas Zenker, „dass es uns trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, den Nachteil eines späten Eintritts in den Wettbewerb auszugleichen und strategisch und strukturell aber auch in der Finanzplanung weit genug vorangekommen zu sein.“ Es scheine zudem, dass die Jury die Grundidee einer trinationalen und auch von allen drei Ländern getragenen Bewerbung zwar anerkennt, aber nicht vollends von ihrer Tragfähigkeit überzeugt sei.

„Wir haben gehofft, dass unsere großen Anstrengungen in Sachen Bürgerbeteiligung – vom Bürgerentscheid bis zum starken Agieren des Freundeskreises – nicht nur Randnotizen für die Jury sind,“ ergänzt Kai Grebasch, Projektverantwortlicher Zittau2025 bei der Stadt Zittau. „Dem war nun leider nicht so.“

In Ihrem Fazit würdigt die Jury die seit 1945 in der Region geleistete Arbeit und schließt mit den Worten: „Das Gremium möchte das Team, die Stadt Zittau und die 3-Länder-Region ermutigen aus den ECoC - Vorbereitungen Nutzen zu ziehen und weiterhin in Kultur als Schlüsselelement zur räumlichen Entwicklung zu investieren. Die Jury hofft, dass die Bemühungen um die Fertigstellung und anschließende Umsetzung einer umfassenden regionalen Kulturstrategie unter Einbeziehung eines breiteren
Spektrums von Interessengruppen (insbesondere dem Kultursektor) und der Bevölkerung des gesamten Gebiets fortgesetzt werden.“ 
Stadt Zittau und Landkreis Görlitz werden nun mit den Nachbarregionen beraten, ob eine Bewerbung aus Polen oder Tschechien Chancen hat und wie sie durch die deutsche Seite und ihre Erfahrungen aus dem Wettbewerb unterstützt werden kann.

„Der Freistaat Sachsen stellt uns jetzt 200.000 Euro zur Verfügung, um Ideen und Projekte aus dem bisherigen Verfahren umzusetzen bzw. umsetzungsreif zu machen. Dafür sind wir sehr dankbar, denn die Enttäuschung bei all denen, die unsere Bemühungen im Titelrennen so intensiv unterstützt haben, sitzt natürlich tief,“ kommentiert Oberbürgermeister Zenker. 

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